Gestalterische Steigerung der Vegetationsentwicklung in urbanen Wohngebieten
Stipendiat:
Antragsteller: Kowarik (TU)
Co-Antragstellerin: Kühn (TU)
Kennwort: Gestaltung
Fragestellung
Flächenhafter Abriss in Großwohnsiedlungen hinterlässt große zusammenhängende Freiflächen innerhalb der städtischen Struktur (Kil 2004, Hunger 2003). Es existiert eine große Unsicherheit im Umgang mit diesem bestehenden und wachsenden Flächenüberschuss und seiner Einbindung in das städtische Gefüge (BBR 2004 a, b). Eine quantitative Zunahme an Freiflächen bedeutet keinesfalls automatisch eine Aufwertung für das Wohnumfeld. Außer einer ersten Rasenansaat auf den Abrissflächen werden oft keine weiteren Maßnahmen ergriffen, um sie in eine qualitative und nachhaltige Freiflächenentwicklung einzubinden. Städtebauliche Leitbilder und Entwicklungskonzeptionen liegen zwar oft vor, können aber aufgrund fehlender Geldmittel bzw. der hierdurch entstehenden Folgenkosten oft nur schwer umgesetzt werden.
Die Entwicklung kostengünstiger, attraktiver und zugleich pflegeleichter Vegetationsstrukturen stellt daher eine Lösungsalternative dar, bei der die jeweiligen ökologischen, ökonomischen, sozialen und städtebaulichen Rahmenbedingungen einzubeziehen sind.
Vor diesem Hintergrund ist dieses Teilprojekt auf die Hauptfrage ausgerichtet, in wieweit durch innovative Ansätze der Freiflächenentwicklung die Lebensqualität der Großwohnsiedlungen gesteigert werden kann. Als Lösungsansatz wird eine Entwicklung gestalterisch gesteigerter und zugleich dauerhafter nachhaltiger Vegetationsformen erprobt. Im TP Biodiversitätsdynamik wird auf räumlich benachbarten Untersuchungsflächen komplementär eine Diversifizierung natürlicher Prozesse erprobt. Bei beiden Ansätze soll erforscht werden, wie die unterschiedlichen Ansätze zur Förderung von Lebensraumfunktionen beitragen und von der Bevölkerung in ihrer Unterschiedlichkeit wahrgenommen werden (Validierung durch Verknüpfung mit TP Umweltpsychologie).
Methoden
Auf Verfügungsflächen im Bezirk Hellersdorf-Marzahn werden Untersuchungsflächen in einem Blockdesign eingerichtet, die primär den Zielsetzung des TP Biodiversitätsdynamik und des TP Gestaltung dienen (vgl. weitere Details und Abb.1 in TP Biodiversitätsdynamik).
Die Flächen werden in Abstimmung mit dem Bezirksamt vor Beginn der 3. Förderphase etabliert, so dass relevante Ergebnisse hinsichtlich des Erfolgs der verschiedenen Varianten im Bearbeitungszeitraum zu erwarten sind.
Thema der geplanten Dissertation
Gestalterische Steigerung der Vegetationsentwicklung in Wohnnachfolgelandschaften