Stadtökologische Perspektiven III
Optimierung urbaner Naturentwicklung –
Naturfunktionen und Lebensumwelt der Stadtbewohner im dynamischen Wandel

Umweltwahrnehmung. Umweltbewertung und Handlungsperspektiven: Eine experimentalpsychologische Analyse. Interaktion von objektiven abiotischen und biotischen Umweltbedingungen und deren subjektiver Widerspiegelung einschließlich der Generierung von Handlungsperspektiven

Stipendiat:

Antragsteller: van der Meer (HU)

Co-Antragstellerin: Beyer (HU)

Kennwort: Umweltwahrnehmung und -bewertung

Fragestellung

Stadtplanerische Projekte und Maßnahmen zur Gestaltung der natürlichen und bebauten urbanen Umwelt sollten nicht nur auf die Optimierung des "Funktionierens" urbaner Ökosysteme fokussieren, sondern gleichzeitig auch auf eine Verbesserung der Lebensqualität der Bewohner. Objektive Veränderungen lösen in der Regel Veränderungen der Wahrnehmung bzw. Bewertung von Umweltbedingungen bei den betroffenen Menschen aus und beeinflussen sowohl ihre Befindlichkeit als auch ihr Verhalten. Allerdings wird dieser Prozess durch zahlreiche biophysikalische, sozioökonomische, kulturelle und psychische Variablen erheblich modifiziert (Atkinson et al. 2001, Stroebe et al. 1997, Beyer, van der Meer, Reichmayr & Türke, 2005). Das erschwert eine eindeutige Prognose tatsächlich zu erwartender Befindlichkeits- und Verhaltensänderungen.

Um den intendierten Effekt stadtplanerischer Maßnahmen zu gewährleisten (und die dafür erforderlichen finanziellen Mittel zielgenau einzusetzen), müssen die Regelhaftigkeiten bei der Interaktion von objektiven Veränderungen der Umwelt, ihrer subjektiven Widerspiegelung und den daraus resultierenden Befindlichkeits- und Handlungskonsequenzen näher bestimmt werden. Eine Kenntnis dieser Zusammenhänge ist Voraussetzung für die Evaluation alternativer Gestaltungskonzeptionen. Sie ermöglicht es zugleich, spontan auftretende Entwicklungsprozesse zielgerichtet zu beobachten, theoretisch einzuordnen und ihre Effekte zu kalkulieren.

Bei der Beantwortung dieser zentralen Frage des Projektes werden wir uns auf die in den anderen Teilprojekten untersuchten konkreten urbanen Umweltausschnitte beziehen, um den integrativen Charakter des Graduiertenkollegs weiter auszubauen.

Im Mittelpunkt des Projektes stehen folgende Teilziele:

Methoden

In der dritten Phase des Graduiertenkollegs liegt der inhaltliche Fokus unserer Untersuchungen (i) auf den in Phase I und II identifizierten relevanten Bedingungen der natürlichen und bebauten Umwelt sowie (ii) auf den spezifischen Bedingungen der Untersuchungsgebiete der anderen Teilprojekte. Damit wird das Spektrum systematisch analysierter Umweltbedingungen deutlich erweitert. In einem ersten Schritt (Teilziel 1) werden die objektiven Bedingungen der Untersuchungsgebiete der anderen Teilprojekte unter Beachtung der jeweiligen Untersuchungsperspektive in ihrer natürlichen oder künstlich geschaffenen Variabilität möglichst detailliert und zielgerichtet selektiert: z.B. Grade an Feinstaubbelastung in der Atmosphäre (TP 2 Atmosphäre, Endlicher), Bewuchsvarianten in der Pedosphäre (TP Pedosphäre, Wessolek), Grade an Wasser- und Uferzonenverschmutzungen (TP Hydrosphäre, Nützmann, Gestaltungsvarianten von Dispositionsflächen (TP Biosphäre, Kowarik, Marzluff) und generelle Landnutzungsvarianten von Stadtgebieten (TP Fernerkundung, Hostert).

In einem zweiten Schritt (Teilziel 2) wird geprüft, ob die Variation dieser objektiven Bedingungen tatsächlich zu einer Modifikation von subjektiven Bewertungen und Verhaltenstendenzen führt (Kausalanalyse). Wir favorisieren damit eine experimentelle Untersuchungsstrategie.

Thema der geplanten Dissertation

Interaktion von objektiven abiotischen und biotischen Umweltbedingungen und deren subjektiver Widerspiegelung einschließlich der Generierung von Handlungsperspektiven